Einstiegsseite Restaurierung V7 Spezial (V7 Special)
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Ein langer Weg - meine V7 Special

Sie war mein drittes Motorrad. Im Oktober 1988 erstand ich sie, eine V7 Spezial, frisch aus Italien importiert, in Ihrem Milchweiss und mit Polizeiverkleidung. Ich hatte mich gleich verliebt. Sie war erheblich flotter als meine BMW R26, hatte einen kernigen Klang, einfach eine Schönheit. Eigentlich hätte mich die Probefahrt schon aufhorchen lassen müssen. Nach kaum zwei Kilometer traf mich der rechte Spiegel an der Schulter auf seinem Flug in die Böschung und wurde nie wieder gesehen. War wohl nicht richtig festgeschraubt. Trotzdem sie wurde erstanden.

Bei der Überführung nach Hause, mit kleinen Umwegen durch die fränkische Schweiz, kam es schon dicker. Mitten in einer Ortschaft ging der Motor aus. Also Fehlersuche. Eines der Kabel in den unzähligen Listerklemmen hatte sich gelockert. Zuhause angekommen wurden erst einmal alle Schrauben angezogen, die Kabelverbindungen geprüft und die üblichen Wartungsarbeiten wie Ölwechsel, Vergaser reinigen, fetten, usw ausgeführt.

Es begann eine schöne Zeit mit der V7 Spezial. Wir waren viel unterwegs. Irgendwann riss der Kupplungszug, ab da ging es abwärts. Der Zug war schnell ausgetauscht. Aber einige Zeit später wollte die Maschine nicht mehr so richtig. Die Beschleunigung wurde schlechter und kurz darauf lag die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 120. Einstellarbeiten meinerseits brachten keine Verbesserung, also wurde sie an einen Moto Guzzi-Meister zur Fehlerbehebung weitergegeben. Ansässig war der "Meister" im Colosseum in Nürnberg, ein Fachmann seines gleichen. Nach der Abholung erreichte die V7 Spezial noch eine Höchstgeschwindigkeit von 70km/h. Dafür ging die Leerlaufdrehzahl auf 3.000 Touren hoch. Dann rumstreiten (Meister sind ja unfehlbar), gebracht hat es nichts.

Da ein Norwegen-Urlaub anstand wurde kurzerhand ein Yamaha XT550 angeschafft - günstig und in gutem Zustand. Diese hat die 8.000 km auch ohne Probleme überstanden (außer einem defekten Blinkerrelais). Die Guzzi kam in die Ecke. Es folgte eine BMW R100 GS, eine Zündapp KS 750, eine BMW R100 GS PD. Eine immer fahrbereite BMW R100 GS wurde neben den Oldtimern ein Muß. Nachdem mit einer Condor A580 mit Duna-Beiwagen auch ein fahrbereites Gespann dazu kam und mein Sohn mit 5 Jahren ein motorradtaugliches Alter erreicht hat, kam der Gedanke auf, die V7 Spezial wieder zu neuem Leben zu erwecken und einen Beiwagen zu installieren.